Muttertag, Weltweit

Monsanto

English Version

Als ich unlängst dieses Bild auf Facebook (GMO-Awareness) sah, kam mir folgende Sage aus den Alpen in den Sinn:

In Östen bei Umhausen sollen einst wirkliche Hexen gelebt haben. Sie wussten jedes Unglück bei Vieh und Leuten immer voraus. Vor dem Hause der Hexen war ein herrlicher Garten mit allerlei wohlriechenden, in allen Farben leuchtenden Blumen. Die Leute gingen gerne daran vorbei, um wenigstens von der Ferne den süßen Duft einzuatmen und die Augen an der seltenen Blumenpracht zu weiden. Doch die Hexen pflegten diesen Garten nicht zum Wohle, sondern zum Schaden der Menschen. Alle diese Blumen waren vergiftet. Kam jemand vorbei und schaute in den Hexengarten hinein, war sofort eine oder die andere Hexe da, pflückte einen kleinen, schönen Strauß und reichte ihn dem hocherfreuten Wanderer. Aber niemand, der an diesem Blumenstrauße roch, kam ohne irgendeine Krankheit davon.

Wer sich darüber wundert, dass ich so ein abscheuliches Bild mit einer solch netten Sage assoziiere, dem lege ich die Worte des Gerald von Wales (12. Jhdt.) ans Herzen, der über die Druiden (die Inspirierten) berichtet, dass diese, wenn man ihnen ein zweifelhaftes Ereignis erzählt, gewaltig losbrüllen, als ob sie von Sinnen, ja wie von einem Dämon besessen seien. So schaut’s aus.

Aber allen Ernstes: Ich schreie gewaltig auf weil wir uns mitten in der zweiten Angriffswelle auf die Geschenke unserer Mutter Erde befinden.

Ursprünglich (im Neotlithikum – ja, so konservativ bin ich) war das Wissen über die Pflanzen Sache der HAGAZUSSA, der Heckensitzerin, jenes alten Weibleins, das bei der undurchdringlichen Hecke (Brombeere, Himbeere, Wilde Rose etc.) herumhing. Es war dies die Hecke um die in den weiten Europäischen Urwald geschlagene Lichtung, innerhalb derer sich die gemeinsamen Weiden, die Hütten und die Felder befanden. Außerhalb der Hecke war der dunkle, finstere und bitterkalte Wald mit all seinen wilden Tieren und Geistern. Die HAGAZUSSA, von der der Ausdruck Hexe kommt, saß natürlich nicht untätig herum neben der Hecke. Als weise Alte hatte sie im Laufe ihres Lebens eine Menge Wissen gesammelt, das sie VIS, weise, zu einer Wissende machte.

Ihr Wissen war unter anderem das über die Pflanzen, insbesondere die Heilkräuter, und somit lag die Gesundheit des Klans in ihren knöchernen Händen. Das Wissen kam von ihrer Fähigkeit, über die Hecke zu springen, wenn auch “nur” andersweltlich, und im tiefen Wald mit Hilfe der Pflanzen-Devas und ihrer Verbündeten Kenntnisse zu erlangen. Eine Salbe aus Stechapfel, Fliegenpilz, Bilsenkraut und Tollkirsche half ihr in und wieder dabei.

Spul ein paar Jahrtausende vor, und da haben wir Repräsentanten einer grossen Organisation mit Hauptquartier in Rom, in ihren braunen Kutten und Tonsuren, die sagen: “Moment, meine Damen, was ihr da wisst ist böse. Außer wir reißen das Monopol für dieses Wissen an uns und verbringen es hinter die Klostermauern. Und wenn ihr dieses Wissen weiter praktiziert, schleppen wir euch vor Gericht. Da es damals aber noch keine Dollar gab, wurden die strafen auch nicht in dieser Währung ausgedrückt (wie z.B. in einer $84.000 Strafe für den Bauern aus Indiana, die er an Monsanto zahlen muss) sondern die Strafe war Verbrennen am Scheiterhaufen.

An dieser Stelle möchte ich erklären, warum Teile der Sage oben in kursiv geschrieben sind: So ziemlich alle alten Sagen sind heute christianisiert, also irgendwie schlecht gemacht. Oft werden da nur eine paar extra Sätze eingefügt, selbst auf die Gefahr hin, dass diese Einfügungen holprig und nur allzu durchsichtig sind. Nimmt man die kursiv geschriebenen Teile weg, hat man die ursprüngliche Sage, in ihrer positiven Version. Eine Geschichte über ein paar weise Frauen, die die Zukunft deuten und den Leuten mit Heilkräutern helfen.

Schon damals nahm eine Riesenfirma den Menschen das Wissen weg, machte Wissen illegal. Und jetzt geschieht das wieder.

Wenn man nämlich noch einmal eineinhalb Jahrtausende vorspult, und die Ecclesia Sancta (die heilige Kirche) mit Monsanto ersetzt (was an denen heilig sein soll, kann ich beim besten Willen nicht sagen) und schon schauen wir der zweiten Angriffswelle direkt in die rotunterlaufenen Augen.

Wieder ist es eine enorme Organisation die alles Pflanzenwissen für sich alleine will, die Menschen vor Gericht zerrt wenn diese wagen, die teuflischen alten Wege zu beschreiten, nämlich Samen von der heurigen Ernte zu verwenden um sie im nächsten Jahr auszusäen.

NEIN! Brülle ich gewaltig los, wie von Sinnen. NEIN!

Es kann nicht unsere schöne neue Welt sein, in der unsere EnkelInnen nur das einpflanzen können, was sie von einem Chemiker erstanden haben!

Es kann nicht gerecht sein, dass es genau die Leute, die mit Mühe das ernten, was auf unseren Tischen landet, wieder einmal auf dem Scheiterhaufen landen, damit ein paar wenige profitieren!

Und es kann nicht Recht sein wenn sieben Richter (das höchste Gericht in den USA), die offensichtlich nicht erkennen wie unmoralisch ein Patent auf die Vermehrung von Pflanzen sein muss, die uralten Gesetze der Mutter Erde außer Kraft setzen.

Und das einen Tag nach Muttertag!

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One Response to Muttertag, Weltweit

  1. druidwinter says:

    Reblogged this on winterdominatrix.

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